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Die Zentrale der Diakonie Mecklenburg-Vorpommern sitzt in Schwerin, Körnerstr. 7.

Ansprechpartner für die Suchthilfe-MV finden Sie unter Kontakt.
 

Ev. Nachsorgezentrum für Suchtkranke "Magnus Böttger" in Düvier

Das Nachsorgezentrum "Magnus Böttger" Düvier ist eine Einrichtung für chronisch mehrfach geschädigte Alkoholkranke. Wir bieten dem alkohol- und / oder medikamentenabhängigen Menschen ein umfangreiches sozialtherapeutisches Angebot zur Behandlung an.

Unsere Leitgedanken

Unserer Arbeit liegen im wesentlichen folgende Leitgedanken zu Grunde:
  • Wir wollen alkohol- und / oder abhängigen Frauen und Männern dabei helfen, in möglichst selbstbestimmter und gesunder Weise ihren eigenen Weg zu gehen und am Leben in der Gemeinschaft teilzunehmen.
  • Wir möchten unseren Klienten vorübergehendbzw. langfristig ein Zuhause bieten, das sie Respekt, Wertschätzung, Geborgenheit und Unterstützung erfahren lässt.
  • Durch einen suchtmittelfreien, stabilisierenden und anregenden Lebensraum wollen wir günstige Entwicklungs- und Lernbedingungen für unsere Klienten schaffen. Hier können neue Kompetenzen erworben und ausprobiert werden.
  • Wir gehen davon aus, dass jeder Mensch über eigene Potenziale und Ressourcen verfügt, um seine Situation zu verändern. Insofern fördern und unterstützen wir Eigeninitiative, die Fähigkeit zur Selbsthilfe und Selbstverantwortung.

Therapieangebot

Im Nachsorgezentrum Düvier bieten wir verschiedene sich ergänzende Therapiebausteine an. Inhalt und Angebot richten sich nach dem Leistungstyp im Landesrahmenvertrag und orientieren sich am konkreten Hilfebedarf des Betroffenen, der in einem Hilfeplan zusammengefasst wird.

Betreuungsinhalte - Methodische Bausteine 

 

  • Krisenintervention
  • Themenzentrierte Gruppe
  • Gemeinschaftsgruppe
  • Einzelgespräche
  • Arbeitstherapie
  • Beschäftigungstherapie
  • Soziotherapie
  • Sport- und Bewegungstherapie

 

Krisenintervention 

 

Das Angebot richtet sich an Abhängigkeitskranke, die in eine soziale Notlage gekommen sind bzw. an ehemalige Klienten, die Rückfall gefährdet sind. Die kurzfristige Aufnahme soll einen Rückfall in das Trinkverhalten vermeiden helfen. 

 

Einzel- und Gruppengespräche 

 

Einzelgespräche können aus verschiedenen Gründen angezeigt werden. Es sind gewollte Gespräche zwischen dem Bezugstherapeut und dem Klienten. Indikationen für Einzelkontakte sind u.a. in der Gruppe nicht bearbeitete Konflikte oder Probleme, Gespräche über angstbesetzte- oder schambesetzte Themen, Rückfallbearbeitung und insbesondere dienen sie dem Aufbau einer tragfähigen Beziehung zwischen Klient und Therapeut. 

 

Die Gruppengespräche finden einmal wöchentlich statt. Wichtig ist, dass der Klient grundsätzlich die Bereitschaft mitbringen sollte, sich in eine Bezugsgruppe zu integrieren und an den Gruppenveranstaltungen teilzunehmen. Ausgehend vom Störungsbild unserer Klienten liegen die Ziele der Gruppentherapie in der Erlangung von sozialen Fähigkeiten und Kompetenzen, in der Übernahme von Verantwortung für sich selbst und andere, in der Entwicklung von Respekt, Wertschätzung, Akzeptanz und Geborgenheit, im Erlernen einer realistischeren Selbst- und Fremdwahrnehmung sowie einer verbesserten Kritikfähigkeit.  

Arbeitstherapie- und Ergotherapie 

 

In der Arbeitstherapie werden sinnvolle notwendige Arbeiten mit konkreten Zielen durchgeführt. Diese, an den Möglichkeiten und Fähigkeiten des Klienten orientierte Arbeit mit sichtbaren Arbeitsergebnissen, spricht den gesunden Teil der Persönlichkeit an, lenkt vorhandene Energien in konstruktive, produktive und gesunde Bahnen und schafft Möglichkeiten, neue Fähigkeiten und Kompetenzen zu entwickeln. 

Die Arbeitstherapie erfolgt in unterschiedlichen Bereichen: 

  • Kleintierhaltung/
  • Lager- und Technikbereich
  • Holzwerkstatt, Fahrradwerkstatt
  • Pflanzenproduktion
  • Tierproduktion
  • Gartenbereich
  • Grünlandpflege und
  • Wirtschaftshof

Speziell bewirtschaften wir rd. 4 ha Ackerland und 10 ha Grünland. Angebaut werden Kartoffeln und Korn für Schweine, Enten und Kaninchenhaltung. Besonderes Augenmerk legen wir auf unsere Hereford - Mutterkuhhaltung. 

Anders als in der Arbeitstherapie steht in der Beschäftigungstherapie der kreative Gestaltungsprozess im Vordergrund, das Ausprobieren von Neuen und das Wiederentdecken verlorengegangener Fähigkeiten, der spielerische Umgang mit den verschiedensten Materialien, der gezielte Einsatz von Techniken und Methoden zur Förderung von bestimmten Fähigkeiten und Fertigkeiten.

Angebote sind folgende: 

 

  • Arbeiten im bildnerischen Gestalten
  • Umgang mit Wolle und Stoffen
  • Flechtarbeiten
  • Drechselarbeiten am Objekt
  • Peddigrohr
  • Holzgestaltung
  • Malen und Seidenmalerei.

 

Sport- und Bewegungstherapie 

 

Die (Wieder-) Entdeckung eines positiven Körpergefühls macht viele Kräfte frei. In unserer Einrichtung sollen Sport- und Bewegungserfahrungen vermittelt werden, die den Spaß und die Freude an der Bewegung in den Mittelpunkt stellen.  

Die Ziele der Sporttherapie sind sowohl individuell auf das jeweilige Krankheitsbild jedes einzelnen Klienten ausgerichtet, als auch personenübergeordnet im gruppendynamischen Sinn.  

 

Sporttherapie soll auch Anregungen für eine sinnvolle Freizeitgestaltung geben. Wir bieten u. a. folgende Möglichkeiten an: Volleyball und Teilnahme an Turnieren wie den Selterscup, Nutzung einer Bowlingbahn, Bewegungstherapie mit geeigneten Geräten, durchgängig stehen 35 Fahrräder zur Verfügung. Weiterhin haben wir einen eigenen Fußball- und Volleyballplatz sowie einen Tischtennisboden. Im Winter nutzen wir die Sporthalle der Nachbargemeinde.  

Soziotherapie 

 

Soziotherapie sind die vielen kleinen alltäglichen Schritte, die ein erfolgreiches Handeln ausmachen. Ein breites Lernfeld bietet sich u.a. im therapeutischem Alltag mit einer lebensnahen Atmosphäre. Durch gewollte Realitätsnähe, Hervorhebung und Förderung der gesunden Anteile in lebenspraktischen Dingen sollen neugewonnene Erfahrungen ausprobiert und umgesetzt werden. 

 

Dazu gehören u.a. Dinge wie Selbstverwaltung und Selbstversorgung in den Außenhäusern, Reinigung von Wohn- und Therapiehäusern, das Probewohnen und preisbewusstes Einkaufen.  

 

Ein weiteres Ziel ist der Aufbau von notwendiger Struktur, die dem Klienten hilft, nach der Entlassung den Alltag besser zu organisieren, die Selbstverantwortung zu fördern und das Selbstvertrauen zu stabilisieren. Soziotherapie versteht sich als Hilfe zur Selbsthilfe. 

Der Weg zu uns

Wer sich entschieden hat, sein Leben ohne Suchtmittel zu gestalten, kann in unsere Einrichtung aufgenommen werden. Informationen und Hilfe bei der Antragstellung können über Suchtberatungsstellen, Gesundheitsämter, Sozialämter, Betreuungsvereine, Betreuer, Krankenhäuser, Fachkliniken und sonstige soziale Dienste erfolgen.

Aufnahmekriterien

  • Aufgenommen werden rehabilitationswillige und rehabilitationsfähige Frauen, Männer und Paare, die der Zielgruppe entsprechen und überwiegend einen langfristigen Aufenthalt benötigen.
  • Nachgewiesene Suchtmittelfreiheit
  • Kostenübernahmezusage des zuständigen Leistungsträgers
  • Eine Aufnahme erfolgt auf Basis der Freiwilligkeit.

Gegen eine Aufnahme sprechen

  • Akute psychische Symptomatik
  • Akute Suizidgefahr
  • Schwere körperliche Erkrankung

Antragstellung

Diese erfolgt über Suchtberatungsstellen, Gesundheitsämter, Betreuungsvereine, Betreuer, Krankenhäuser, Fachkliniken und sonstige Soziale Dienste. Die Verweildauer beläuft sich auf mindestens 6 Monate. Nach entsprechender Indikation können Verlängerungsanträge gestellt werden. Diese werden dann genau wie vor Heimaufnahme in einer Hilfeplankonferenz diskutiert und vom zuständigen Gremium entschieden. 

 

Mit den zukünftigen Klienten führen wir dann ein Vorstellungsgespräch durch. Die Aufnahme erfolgt auf Grundlage der Freiwilligkeit und nach einer abgeschlossenen Entgiftungs- oder Entwöhnungsbehandlung. Aufgenommen werden auch Klienten vor einer Entwöhnungsbehandlung, die u.a. im Bedarfsfall für eine begrenzte Zeitdauer wieder in unsere Nachsorgeeinrichtung zurückkommen. Weitere Aufnahmebedingungen sind:  

  • Sozial- und Befundbericht der vorbehandelnden Stelle
  • Anerkennung des Heimvertrages und der Hausordnung

Aufnahme

Das mögliche Vorstellungsgespräch ist ein erstes Kennen lernen des Klienten und der Einrichtung. Dem zukünftigen Klienten wird die Einrichtung gezeigt und erste Grundlagen für dieAufnahme besprochen. Teilnehmende sind: mindestens zwei Mitarbeiter der Einrichtung, der Klient mit Betreuer, Bezugsperson oder Sozialarbeiter der Klinik bzw. Beratungsstelle. 

 

Am ersten Tag der offiziellen Aufnahme findet ein Aufnahmegespräch durch den Sozialarbeiter und der medizinischen Fachkraft statt. Im Aufnahmegespräch werden Heimvertrag und Hausordnung besprochen und abgeschlossen. Es erfolgt die Zuordnung in eine Wohn- und Gesprächsgruppe. 

Perspektiven

Mit der Möglichkeit einer langfristigen Nachsorge beraten, betreuen und behandeln wir Menschen mit ihrer Suchterkrankung. Wir bieten Behandlung und Betreuung für ein sinnerfülltes Leben an. Deshalb bedeutet langfristigim Bedarfsfall ein unbegrenzter Aufenthalt in der Einrichtung. Diese Langfristigkeit muss zyklisch in der Hilfeplankonferenz beantragt, besprochen und genehmigt werden. 

 

Die Mehrzahl der Klienten werden langfristig über den Gemeinschaftswohnbereich, über den Eigenverantwortungswohnbereich, das Probewohnen im neuen eigenen Wohnbereich und über das Betreute Wohnen in Demmin und Wolgast in weiterführende Maßnahmen integriert. Unsere Einrichtung arbeitet z.Zt. mit 12 Kreisen und kreisfreien Städten zusammen. Bisher ist es mit Unterstützung der Ämter noch immer gelungen, jedem Klienten nach erfolgreichem Therapieabschluss seine eigene eingerichtete Wohnung zu besorgen. In der Ablösephase und in der Vorbereitung auf die Selbstständigkeit haben unsere Klienten die Möglichkeit der Teilnahme an einer externen Selbsthilfegruppe.  

Zahlen und Fakten

Eröffnung: März 1991 

 

Träger: Evangelische Suchtkrankenhilfe Mecklenburg-Vorpommern gGmbH, Körnerstrasse7, 19055 Schwerin 

 

Geschäftsführer: Peter Grosch 

 

Kapazität: 40 Plätze, integriert 3 Plätze für Krisenintervention 

 

Aufenthaltsdauer: Langzeitunterbringung 

 

Leitung: Werner Bahls, Heimleiter, H.- Ingenieur, Suchttherapeut (GAD) 

 

Kostenträger: überörtlicher Sozialhilfeträger  

Evangelische Suchtkrankenhilfe Mecklenburg-Vorpommern gGmbH | Körnerstraße 7 | 19055 Schwerin | Tel. (0385) 5006-203